Spanien trauert um eine Flamenco-Legende: Pepe Habichuela ist gestorben
Der große Gitarrist aus Granada verband die tiefen Wurzeln des Flamenco mit einer außergewöhnlichen Offenheit für neue musikalische Wege.
Pepe Habichuela ist am 4. August 2026 in Madrid im Alter von 82 Jahren gestorben. Mit ihm verliert der Flamenco einen Gitarristen, dessen Werk mehr als sechs Jahrzehnte umspannt und der die Entwicklung dieser Musik entscheidend mitgeprägt hat.
Geboren wurde er 1944 in Granada als José Antonio Carmona Carmona. Er gehörte zur berühmten Flamenco-Familie der Habichuela und begann seine Laufbahn in den Cuevas del Sacromonte. 1964 ging er nach Madrid, spielte in Tablaos und begleitete bedeutende Sänger seiner Zeit. Besonders wichtig wurde seine Zusammenarbeit mit Enrique Morente. Gemeinsam trugen sie dazu bei, den Flamenco zu erneuern, ohne seine Wurzeln preiszugeben.
Habichuela blieb der Tradition verbunden und suchte zugleich den Austausch mit anderen musikalischen Welten. Er arbeitete unter anderem mit Jazzmusikern und indischen Musikern zusammen. Diese Offenheit machte ihn zu einem Bindeglied zwischen Generationen, Ländern und Stilrichtungen.
In Spanien galt Pepe Habichuela als eine der prägenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Flamencogitarre. 2018 erhielt er die Goldmedaille für Verdienste um die Schönen Künste; 2026 wurde er mit dem Großkreuz des Zivilordens Alfons X. des Weisen ausgezeichnet.
Das verlinkte Video zeigt Pepe Habichuela mit der Gitarre, die seinen Namen trägt. Es ist ein stiller und sehr persönlicher Ausgangspunkt, um sein Spiel kennenzulernen. Descansa en paz, maestro.